Der Kompromiss zur Netzneutralität schadet dem Saarland!

Das ist der Titel der E-Mail, die ich gerade Jo Leinen (SPD), einem der beiden Abgeordneten für das Saarland, geschrieben habe. Den gesamten Text will ich euch nicht vorenthalten:

Hallo Herr Leinen

Stellen Sie sich vor, im Saarland würde ein neues "Youtube" entstehen, welches neue Arbeitsplätze schaffen und damit den Wirtschaftsstandort Saarland stärken würde. Klingt toll, aber in Zukunft gäbe es da wohl ein Problem:

Mit dem jetzigen EU-Kompromiss zur "Netzneutralität", welche mit dem Kompromiss nicht wirklich erreicht wird, hätte dieses saarländische Youtube Mehrkosten, die es in der Anfgangsphase sehr schwer stemmen könnte:

Internetprovider können für die "Überholspur" im Netz Gebühren vom "Saar-Youtube" verlangen, ansonsten würde dieses auf einer niedrigen Geschwindigkeitsstufe verbleiben. Damit wären HD-Videos im "Saar-Youtube" nutzlos und Benutzer würden auf das "richtige Youtube" ausweichen, da sich Google bzw. Alphabet Gebührenzahlungen leisten können, das "Saar-Youtube" hingegen nicht.

Verkehrskategorien können hier von den Internetprovidern ebenfalls so eingerichtet werden, dass ein Dienst je nach dessen gezahlter Gebühr in eine andere Kategorie auf- oder absteigt. Damit hätte es das "Saar-Youtube" ebenfalls schwer, während Googles Youtube wieder problemlos funktionieren würde.

Dies ist nicht das einzige Problem, denn Internetprovider können außerdem Geld verlangen, damit ein Dienst von der Begrenzung des Datenvolumens befreit ist (Zero Rating). Benutzer hätten also auch hier die Wahl zwischen unbegrenztem "richtigem Youtube" und einer begrenzten Menge "Saar-Youtube". Wenn man vorher weis, dass es das Eine unbegrenzt gibt und das Andere nur begrenzt, wird man sich meistens für das unbegrenzte entscheiden. Wer will zum Beispiel einen Wasseranschluss, bei dem pro Tag nur bis zu 20 Liter verbraucht werden können, wenn man einen Anschluss ohne Begrenzung haben kann?

Die Verhinderung "drohender Engpässe", die es Internetprovidern erlaubt, bestimmte Netzkategorien zu drosseln, bedeuten für das "Saar-Youtube" wieder Probleme, da es manchmal nicht erreichbar wäre. Dies hängt mit der unzureichenden Definition von "drohenden Engpässen" im Kompromissvorschlag zusammen.

Zusammengefasst fordere Ich Sie hiermit auf, den Kompromissvorschlag zur Netzneutralität morgen im EU-Parlament abzulehnen und stattdessen Regeln zur Netzneutralität zu verabschieden, welche mindestens so hoch sind wie diejenigen in den USA.

Dadurch könnten sie es Gründern, welche ein saarländisches Youtube oder ein saarländisches Facebook, Twitter oder gar Google aufbauen wollen, wesentlich einfacher machen. Und nicht nur dort, sondern in der ganzen EU würden es neue Firmen wesentlich leichter haben, im Internet neue Dienste zu entwickeln.

Bitte denken Sie bei der morgigen Abstimmung an diejenigen, welche die Zukunft von Europa darstellen. Können Sie es sich leisten, diejenigen jetzt im Stich zu lassen?

Viele Grüße

Moritz Strohm

(aus dem Landkreis Saarlouis)

Bin mal auf morgen gespannt...