Norwegen-Urlaub 2015

Ich war vor kurzem wieder mit einem Kollegen in Norwegen und habe wieder tolle Landschaftsbilder mitgebracht, die ich in diesem Blogbeitrag präsentiere.

[caption id="attachment_106" align="alignnone" width="300"]Hirtshalts
Küste Die Küste von Hirtshalts[/caption]

Auf der Hinfahrt war schlechtes Wetter, bei der Fährüberfahrt von Hirtshalts (Dänemark) nach Larvik sogar Sturm mit Regen, sodass ich mich nicht draußen auf dem Deck aufhielt. In Norwegen blieben wir erstmal ein paar Tage in einem netten Hotel, da das Wetter draußen zu schlecht zum Zelten gewesen wäre. Aber von dort so konnten wir auch den Ort namens Bø erkunden und Tagestouren machen.Bø

Bø selbst ist ein eher dicht besiedelter Ort, der auch eine Hochschule beherbergt. Es gibt die üblichen Arten von Geschäften im Ort, sodass man für die Dinge des täglichen Bedarfs nicht aus dem Ort raus muss. Wenn man doch mal raus muss, kann man mit der Eisenbahn fahren. In Bø selbst gibts leckere (vegetarische) Pizza und gutes (vegetarisches) Sushi ;)

[caption id="attachment_107" align="alignnone" width="300"]Das
Zentrum von
Bø Das Zentrum von Bø[/caption]

[caption id="attachment_108" align="alignnone" width="300"]Bø
stasjon
(Bahnhof) Bø stasjon (Bahnhof)[/caption]

Von Bø aus sind wir an einem Tag nach Nordagutu gefahren und dort vom Bahnhof aus Wandern gegangen. Eigentlich wollten wir nur mal in Norwegen Zug fahren und sind deshalb nur eine Station weiter gefahren. An dem Tag fuhr leider kein Zug in Bø ab, da es einen Erdrutsch gegeben hat, sodass Schienenersatzverkehr stattfand.

In Nordagutu angekommen, konnten wir leider nicht auf den Berg, auf den wir eigentlich hoch wollten, da der Wanderweg überflutet war. Also sind wir einen anderen Berg direkt am Bahnhof hochgegangen.

[caption id="attachment_109" align="alignnone" width="300"]So sehen
die Bäume tief im norwegischen Wald
aus So sehen die Bäume tief im norwegischen Wald aus[/caption]

An einer Abzweigung wurde der Weg dann sehr schmal und schwieriger zu gehen. Aber ab da machte das Wandern dann mehr Spaß. Am Ende des Weges war der Narrekollen, eine ehemalige Skisprungschanze, auf der fast der erste 100 Meter Sprung gelungen wäre.

breiter
Waldweg

Seljord

[caption id="attachment_112" align="alignnone" width="300"]Blick vom
Campinplatz auf das Zentrum von
Seljord Blick vom Campinplatz auf das Zentrum von Seljord[/caption]

Nach den paar Tagen in Bø sind wir nach Seljord weitergefahren und haben dort eine kleine Hütte auf dem Campingplatz bezogen. Von dort aus haben wir einige Tagestouren gemacht. Die erste führte vom Campingplatz ins Bjørgefjell zur Spitze des Berges Bjørge, welcher dem Campingplatz gegenüber liegt.

[caption id="attachment_113" align="alignnone" width="300"]Diese
roten Beeren sind
essbar Diese roten Beeren sind essbar[/caption]

Am Wegesrand waren in direkter Nachbarschaft von Heidelbeeren immer diese roten Beeren zu finden. Wie wir leider erst zu spät erfahren haben, sind diese Beeren essbar und werden in Norwegen für einige Gerichte verwendet. Die Beeren sind gute Antioxidantien.

Die Wanderwege sind unterteilt in grün (leicht), blau (mittel) und rot (schwer). Die roten Wege führen zu den schönsten Stellen, sind aber etwas schwieriger zu gehen, manchmal muss man klettern (siehe Bild).

[caption id="attachment_114" align="alignnone" width="300"]So sieht
ein "rot" markierter Wanderweg stellenweise
aus So sieht ein "rot" markierter Wanderweg stellenweise aus[/caption]

Der Endpunkt der Wanderung: Eine ziemlich weit oben liegende Stelle, von der man Seljord und die umliegenden Berge sehen kann.

[caption id="attachment_115" align="alignnone" width="300"]Seljord
von
oben Seljord von oben[/caption]

[caption id="attachment_117" align="alignnone" width="300"]Der Blick
von Bjørge auf den höheren Berg namens
Gøysen Der Blick von Bjørge auf den höheren Berg namens Gøysen[/caption]

[caption id="attachment_116" align="alignnone" width="300"]Aussichtspunkt Aussichtspunkt[/caption]

[caption id="attachment_118" align="alignnone" width="300"]Seljordvatn beim
Sonnenuntergang Seljordvatn beim Sonnenuntergang[/caption]

Oh, eine Sache wäre da noch hinsichtlich Bjørge: Einem Hinweisschild am Wegrand zufolge hat jemand bis in die 1930er Jahre dort, mehrere hundert Meter hoch im Berg, in einer Hütte gewohnt und Fahrräder repariert. Ich kann nur vermuten, dass derjenige die Fahrräder den ganzen Weg mühsam hochgetragen hat. Aber dort oben konnte er dann wohl in aller Ruhe Fahrräder reparieren :)

Gaustatoppen

Zum Berg Gaustatoppen sind wir von Seljord aus mit dem Auto gefahren, da das Ziel doch etwas weiter weg war: über 1 Stunde Fahrzeit und am Ende der Fahrt sehr kleine, kurvige Straßen mit Gegenverkehr ;) Als wir am Parkplatz am Fuße des Berges, oberhalb der Baumgrenze, ankamen, war die Temperatur wenige Grad über 0. Wir mussten bis zur Schneegrenze nur ein wenig den Berg hochgehen.

[caption id="attachment_119" align="alignnone" width="300"]Schneegrenze am
Gaustatoppen Schneegrenze am Gaustatoppen[/caption]

[caption id="attachment_120" align="alignnone" width="300"]In diesem
Bild verstecken sich 6 Schafe. Findest du
sie? In diesem Bild verstecken sich 6 Schafe. Findest du sie?[/caption]

[caption id="attachment_121" align="alignnone" width="300"]Blick
nach
unten Blick nach unten[/caption]

Je weiter wir nach oben gingen, desto nebeliger und windiger wurde es. Ganz oben war praktisch ein Schneesturm. Der Schnee fegte so schnell über den Berg, dass jedes Schneekörnchen im Gesicht zwickte, wenn man es ein wenig in Windrichtung drehte.

[caption id="attachment_122" align="alignnone" width="300"]Vereiste
Hinweisschilder Vereiste Hinweisschilder[/caption]

Oben am Berg gibt es eine Bahn, die erst schräg durch den Berg hindurch führt und dann gerade weiter zur Bodenstation führt. Von dort sind es noch 2-3 Kilometer zu Fuß bis zum Parkplatz. Die Sachen waren zwar alle nass vom Schnee, aber es war ein Erlebnis, dort oben im Schnee und Nebel herumzulaufen. Die Wegbeschilderung ist jedenfalls für solches Wetter geeignet. Weit oben ist alle 10-20 Meter ein rotes T auf einen Stein gesprüht worden, sodass das Risiko, sich zu verlaufen, gering ist.

Wieder Seljord

[caption id="attachment_123" align="alignnone" width="300"]Nicht nur
Loch Ness hat ein Seeungeheuer, Seljord hat auch eins
;) Nicht nur Loch Ness hat ein Seeungeheuer, Seljord hat auch eins ;)[/caption]

An einem Tag wanderte ich wieder im Bjørgefjell allein an eine Grotte. Es passiert schonmal, dass über die Wanderwege ein kleiner Bachlauf fließt, der aber problemlos überquert werden kann. Neues Wasser kann man sich übrigens direkt aus den Bächen holen. Es gibt auch einige Stellen am Wegesrand, die stark mit Moos bewachsen sind.

Von der Grotte selbst konnte man durch die Bäume den Campingplatz und Seljord sehen. Es tropfte Wasser von der Decke und an den Wänden haben sich einige Menschen durch Zeichnungen verewigt. Beim Zurückwandern konnte ich dann noch ein schönes Stück Wald und ein Eichhörnchen fotografieren.

[caption id="attachment_129" align="alignnone" width="300"]Bilderrätsel: Finde das Eichhörnchen
;) Bilderrätsel: Finde das Eichhörnchen ;)[/caption]

Im Bjørgefjell sind übrigens auch Schafe unterwegs. Deshalb steht an manchen Stellen mitten auf dem Weg ein Tor, welches man nach dem Passieren wieder schließen muss.

Tor

Gøysen

Gøysen war der letzte Berg, auf den wir hochgegangen sind. Dafür ist Gøysen auch der höchste Berg um Seljord herum und bietet zwei "Attraktionen": Zwei Flugzeugwracks aus dem zweiten Weltkrieg, die am Berg zerschellt sind: Ein Bomber der USA und ein deutsches Flugzeug. Beide Flugzeugwracks wurden dort liegengelassen, da es zu schwierig wäre, die Wrackteile zu bergen. Wir haben uns den Bomber angesehen und sind fast ganz hoch zum Gipfel gekommen.

[caption id="attachment_132" align="alignnone" width="300"]Dat lóó
iss'et norwegische Schild für
Geschwindichkäätshuwwel Dat lóó iss'et norwegische Schild für Geschwindichkäätshuwwel[/caption]

[caption id="attachment_134" align="alignnone" width="300"]Wanderweg
am Rande der
Baumgrenze Wanderweg am Rande der Baumgrenze[/caption]

[caption id="attachment_133" align="alignnone" width="300"]kleiner
Ameisenhaufen kleiner Ameisenhaufen[/caption]

[caption id="attachment_135" align="alignnone" width="300"]großer
Ameisenhaufen mit Beerenbewuchs... muss ein Luxus für die Waldameisen
sein großer Ameisenhaufen mit Beerenbewuchs... muss ein Luxus für die Waldameisen sein[/caption]

[caption id="attachment_136" align="alignnone" width="300"]Nicht
mehr weit bis zum
Gipfel Nicht mehr weit bis zum Gipfel[/caption]

[caption id="attachment_137" align="alignnone" width="300"]Abzweigung zum
Flugzeugwrack Abzweigung zum Flugzeugwrack[/caption]

[caption id="attachment_138" align="alignnone" width="300"]Ein
kleiner Bachlauf ganz weit
oben Ein kleiner Bachlauf ganz weit oben[/caption]

[caption id="attachment_139" align="alignnone" width="300"]In der
Nähe der Wrackteile hatte man auch schon ne gute
Aussicht In der Nähe der Wrackteile hatte man auch schon ne gute Aussicht[/caption]

Dann endlich waren wir fast am Gipfel. Ganz nach oben haben wir es nicht mehr geschafft. Die Sonne stand schon etwas tief. Aber trotzdem konnten wir den weiten Ausblick in die Telemark und auf die umliegenden Berge genießen.

oben1

oben2

oben3

[caption id="attachment_143" align="alignnone" width="300"]Blick von
Gøysen auf Bjørge bzw.
Bjørgefjell Blick von Gøysen auf Bjørge bzw. Bjørgefjell[/caption]

[caption id="attachment_144" align="alignnone" width="300"]Lange
Schatten am Fuß des
Berges Lange Schatten am Fuß des Berges[/caption]

Im Dorf fanden wir an vielen Straßenlaternen Fahnen für ein Fest namens Dyrsku'n. Wie wir später von einem Einheimischen erfuhren, handelt es sich um ein traditionelles Fest, bei dem die besten Rinder ausgezeichnet werden, welche im Spätsommer von den Bergen hinabgeführt werden, nachdem sie das Jahr über dort oben waren. Darüber hinaus kann bei Dyrsku'n neues landwirtschaftliches Gerät getestet werden und neue Geschäftskontakte (wohl eher im landwirtschaftlichen Bereich) geknüpft werden. Es gibt wohl ansonsten auch alles, was wir von einem deutschen Rummelplatz kennen. Die traditionelle norwegische Kleidung wird bei dem Fest auch getragen. In das 2000 Einwohner starke Dorf kommt bei Dyrsku'n eine fünfstellige Zahl von Personen an, sodass alle Campingplätze und sonstige Unterkünfte belegt sind und teilweise schon ein Jahr vorher von Leuten für das Fest reserviert wurden.

[caption id="attachment_145" align="alignnone" width="300"]Fahnen
für Dyrsku'n an den
Straßenlaternen Fahnen für Dyrsku'n an den Straßenlaternen[/caption]

Da das Zentrum von Seljord in der Dunkelheit auch einen schönen Anblick bietet, haben wir diesen Moment eingefangen.

[caption id="attachment_146" align="alignnone" width="300"]Die
Lichter von Hobbingen, äh, ich meine
Seljord Die Lichter von Hobbingen, äh, ich meine Seljord[/caption]

Rückfahrt

Bei der Rückfahrt war im Gegensatz zur Hinfahrt gutes Wetter, sodass ich dieses mal auch draußen auf der Fähre Fotos machen konnte.

[caption id="attachment_147" align="alignnone" width="300"]Die
Felsen vor
Larvik Die Felsen vor Larvik[/caption]

[caption id="attachment_148" align="alignnone" width="300"]Ein Foto
auf
See Ein Foto auf See[/caption]

[caption id="attachment_149" align="alignnone" width="300"]Sonnenuntergang auf
See Sonnenuntergang auf See[/caption]

[caption id="attachment_150" align="alignnone" width="300"]Neues
Spiel- und Bastelzeug
:) Neues Spiel- und Bastelzeug :)[/caption]

Die Taschenlampe habe ich mir deswegen auf dem Schiff geholt, weil sie einen Generator eingebaut hat (einfach mit allen 4 Fingern drücken). Ich hab mir gedacht, dass ich die ja gut erweitern und verbessern könnte (Spannungsausgang anlöten, Superkondensator einbauen). Ein paar Tage nachdem ich vom Urlaub zurück war, habe ich die Taschenlampe geöffnet und musste feststellen, dass statt Akkus Batterien verbaut sind, und der Schalter nur zwischen Generatormodus und Batteriemodus umschaltet. Mit anderen Worten: Da muss einiges umgebaut werden ;) Die feinen Drähtchen vom Generator sind dabei etwas problematisch, aber das wird sich schon lösen lassen :)

Schlusswort

Ich kann jedem nur empfehlen, auch mal in Norwegen wandern zu gehen. Es scheint so, als wäre es egal, wo man hinfährt, da man in jedem Ort ein schönes Wanderziel hat. Also, packt eure Sachen und auf nach Norwegen :)